Guyve-Love erzählt

 

27. Februar 2011

Meine lieben Freunde,

Sie fragen sich sicher, wie es uns geht im Kinderheim der Haiti Kinder Hilfe? Nun denn! Um Sie zu informieren, wollen wir Ihnen gerne von unseren Tätigkeiten im Laufe der letzten Tage sprechen.

Im Haus sind wir siebzehn, sechzehn Mädchen und ein Junge, zwischen vier und vierundzwanzig Jahre alt. Wir, die Größeren, haben jede eine Verantwortlichkeit, die wir mit Freude annehmen. Morgens gehen wir zur Schule. Am Nachmittag hilft uns unser Nachhilfelehrer beim Lernen und unsere Hausaufgaben zu machen. Danach hören wir unsere Sprachkurs-CD der englischen Sprache oder der spanischen Sprache, nach unserer Wahl.

Am 13. Februar sind vier von uns bei einem evangelischen Konzert anwesend gewesen, das zwei Stunden in der Kirche Sainte-Marie gedauert hat. Am nächsten Tag anlässlich des Valentinstages haben neun von uns in der Schule an einem besonderen Tag teilgenommen. Die Leiter der Schule haben den Tag genutzt, um eine Bildungsveranstaltung zu organisieren über die vorbeugenden Maßnahmen zur Verhinderung der Cholera. Das war ganz gut.

Ich, die Schreiberin, heiße Guyve-Love P., ich bin Voll-Waisenkind (Vater und   Mutter). Ich bin achtzehn Jahre alt. Im Heim verstehe ich mich gut mit meinen Kameraden. Ich gehe in die neunte Klasse (Grundschule). Am Jahresende muss ich eine Prüfung bestehen, um auf die Sekundärschule gehen zu können. Ich mag Französisch, und interessiere mich sehr für Biologie. Dagegen begreife ich Mathematik schwer. Mein Traum besteht darin Rechtsanwältin oder Sekretärin zu werden.

 

Wenn Sie mehr Informationen haben möchten, schreiben Sie auf dieser Website. Ich freue mich, von Ihnen zu lesen!

Bye, bye

Bericht 2011

Für eine ganze Gruppe von Mädchen, die vom Sommer bis Dezember in einem „Not-Kinderheim“ am Rande eines großen Zeltlagers untergebracht waren, haben wir jetzt ein Haus gefunden und so ein neues Heim eröffnet.
Zurzeit sind in Port-au-Prince Grundstücke schwer und wenn, dann nur sehr teuer zu erwerben. Die Besitzverhältnisse sind oft unklar. Ein Risiko, das wir nicht eingehen wollten. Daher haben wir ein Haus zur Miete gesucht, auch deshalb, um nicht auf Dauer gebunden zu sein. Wir haben lange gesucht da es nur noch wenige Häuser in Port-au-Prince gibt, die vom Erdbeben verschont geblieben sind! Die, die noch stehen, werden zu irrsinnigen Preisen angeboten. Mehrmals fanden wir gute Räumlichkeiten – jedoch für 4000,- US$ im Monat!
Es wurde aber dringend, die Mädchen aus dem Notheim zu holen. Da waren sie zwar in Sicherheit, gut betreut und gut ernährt, gingen in der Nähe zur Schule und hatten nachmittags sogar Hilfe bei den Hausaufgaben, aber die äußeren Bedingungen waren schlimm. Hier weiterlesen

Die Herausforderung

Nach Naturkatastrophen wie der großen Flut im Herbst 2004 half der Verein mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Decken und Betten als Soforthilfe und auch durch längerfristige Unterstützung beim Wiederaufbau.

Das Erdbeben am 12. Januar 2010 war das Schlimmste, das den Inselstaat je erschüttert hat. Die ersten Bilder, die die Weltöffentlichkeit nach den Erdstößen erreichten, machten deutlich, dass die Situation vor Ort verheerend ist: Kinder in Schuluniform, die zitternd vor Schmerzen und starr vor Angst auf dem Boden liegen und auf Hilfe hoffen. Mit einer Flasche Wasser wäscht ein Schulkind einem schwer verletzten Mädchen das Blut aus den Wunden. Es sind erschütternde Bilder. Staatliche Hilfe gibt es kaum. In der Hauptstadt selbst und in den Außenbezirken leben rund zwei Millionen Menschen – überwiegend in bitterer Armut.

Beim Erdbeben wurden 2 Schulen und ein Kinderheim der Haiti Kinder Hilfe e.V. zerstört. Nach dem Erdbeben konnte die Haiti Kinder Hilfe umfangreiche Soforthilfe leisten mit Essen, Kleidung, Zelten, Haushaltsartikeln, mobilen Zeltkliniken, u. v m.

Für die Haiti Kinder Hilfe e.V. bedeutete dies eine unermessliche Herausforderung. Marie Josée Laguerre sei an dieser Stelle für ihre Anstrengungen und für die vielen Initiativen und Projekte, die sie aufgebaut und geführt hat, aufrichtig gedankt.

2 Wochen nach dem Erdbeben

Reisebericht von Claire und Frank Höfer

Am 29. Januar, 17 Tage nach dem Erdbeben, landeten wir mit einem von Airbus ermöglichten Hilfsflug in Port-au-Prince. (Den Airbus-Leuten sei hier großer Dank gesagt). Mit uns kamen zwei Ärzte, einer davon Tropenmediziner, ein Medizinstudent und eine sprachkundige Hilfskraft.

Bei unserer Ankunft am Abend ist die Stadt sehr still, unheimlich still, fast gespenstisch, vor allem, wenn man Port-au-Prince und das laute Treiben seiner Strassen kennt. Es ist auch sehr dunkel. Nirgends gibt es Strom. Nur der Vollmond beleuchtet die Strassen, die Ruinen und die Menschen, die im Freien liegen, um kleine Feuer hocken oder umherirren.

Über 70% der Häuser sind zerstört, manche vollkommen eingestürzt, andere hängen von großen Rissen durchzogen total schief und stellen eine Bedrohung dar; es gibt Schulen, unter denen Hunderte von Schülern verschüttet liegen, voll belegte Krankenhäuser, die wie ein Kartenhaus zusammenfielen und alles und alle unter sich begruben, Kirchen, die auf Scharen von Gläubigen und Ordensleuten einstürzten… Hier weiterlesen