Ein Brief von Ernst Désir

Juli 2018

Brief von Ernst, einem Jungen, der bisher im Heim und zuletzt in der Jungen-WG der HKH gewohnt hat. Er stammt aus Cité Soleil, dem Schlimmsten Slum von Port-au-Prince und hat lange gebraucht, um das zu finden, was zu ihm passt. Wir haben ihn die ganze Zeit begleitet, beraten, unterstützt, bis er seine Begeisterung für das Bäckerhandwerk entdeckte.

(Kursiv und in Klammern Erklärende Bemerkungen von Claire Höfer)

Liebe Claire, lieber Vorstand,

ich freue mich sehr, Ihnen zu schreiben. Ich hoffe, dass es Ihnen mit Gottes Hilfe gut geht.

Das Jahr meiner Bäckerausbildung ist zu Ende. Um mein Diplom zu bekommen muss ich jetzt nur noch ein dreimonatiges Praktikum bei Caribean Market machen (einem großen Supermarkt mit Bäckerei und Imbissstube im reichen Viertel von Port-au-Prince)  .

Pater Zucchi (Leiter der Salesianer-Ausbildungen) hat uns gesagt, dass wenn wir uns gut verhalten und vor allem diszipliniert sind, es am Ende des 3-Monats-praktikums möglich sein kann, dass wir angestellt werden. Ich bin bereit, alles mir Mögliche zu tun, um angestellt zu werden.

Ich bitte Sie, mir noch zu helfen, die Fahrtkosten zu bezahlen (die Fahrt ist lang und die Fahrtkosten hoch. HKH wird sie natürlich übernehmen sowie die Kosten für einen Mittagsimbiss).

Ich will Ihnen ankündigen, dass ich vorhabe im Juli aus der WG offiziell auszuziehen.

Ich sage Ihnen ein herzliches Dankeschön dafür, dass Sie mir geholfen haben und vor allem dass Sie mit mir geduldig gewesen sind bei all meinen Nachlässigkeiten (Er war in der Tat ein Problemjunge. Es hat gedauert, bis man gefunden hat, was für ihn gut wäre. Er hatte schon eine Mechaniker Lehre angefangen und kurzzeitig sogar auch eine Maurerausbildung).

Gott behüte und segne Sie.

Ernst Désir

 

Frühjahr 2018

Liebe Freunde der Haiti Kinder Hilfe,

Nach unserem Aufenthalt in Haiti im Januar und Februar ist es wieder Zeit, Ihnen zu berichten.Nach wie vor ist Haiti ein äußerst schwieriges Land. Die politische Lage ist kompliziert, die Korruption erschreckend weit verbreitet, der Verkehr chaotisch, die Armut allgegenwärtig, die Kriminalität ständig drohend, der Müll überall sichtbar, der Prozentsatz der Analphabeten sehr hoch, die ökologische Situation katastrophal….  Angesichts dieser Situation könnte man entmutigt sein, aber wenn man gelungene Hilfe für einzelne Menschen  ins Auge fasst, glückliche Kinder sieht, gut ausgebildete Jugendliche, junge verantwortungsvolle Erwachsene, die Arbeit haben und ihren Lebensunterhalt verdienen, dann besteht immer Grund zur Freude und zur Hoffnung, denn es sind diese Menschen, die ihr Land vielleicht eines Tages verändern werden. Das ist es, was uns in der Haiti Kinder Hilfe motiviert und vorantreibt. Und so wollen wir Ihnen hier über einige der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen berichten, die unterstützt werden, und über alte und neue Projekte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Laufe des Jahres 2017 sind einige unserer jungen Leute flügge geworden und haben ihr selbständiges Leben begonnen.

So wie wir es uns vorgenommen hatten, bemühen wir uns, die uns anvertrauten Kinder zu begleiten, bis sie im Leben Fuß gefasst haben. Jeder, der vorhat, sich mit einem kleinen eigenen Geschäft selbständig zu machen, und es mit unserem Team gut genug vorbereitet, kalkuliert und geplant hat, bekommt von der HKH ein kleines Startkapital. Es gibt Erfolgsgeschichten aber auch weniger gelungene Anfänge.

Stéphane hatte sich im Norden Haitis einen Stand aufgebaut, an dem er frisch gepresste Säfte und Sandwiches verkaufte. Die Regenfluten des Sturms Irma und die dadurch entstandenen  Überschwemmungen haben das Häuschen, in dem er lebte, weggeschwemmt und auch sein ganzes Material. Wir haben ihm einen kleinen Job verschafft, so dass er wenigstens überleben kann.

Éphésien studierte Physik und Chemie und hat nach dem Examen im August geheiratet und ist zurück nach Cité-Soleil gezogen. Es ist „sein Slum“. Die Situation dort hat sich gebessert und er fühlt sich da zu Hause. Éphésien hat noch keine Lehrerstelle, arbeitet aber vormittags als Aufsicht in einer Schule und nachmittags als Nachhilfelehrer in den Heimen.

Élimise, hat nach ihrer erfolgreichen Ausbildung als Schneiderin trotz langer Suche keine Arbeit gefunden. Sie hat angefangen mit Samen zu handeln. Sie kauft sie in Port-au-Prince, fährt mit dem Bus aufs Land und verkauft sie dort an Bauern. Es läuft gut und sie kann davon leben und auch ihren kleinen Jungen, Wodjerry ernähren. Dieser hat bei der HKH eine Schulpatenschaft, so dass sie die Schule nicht bezahlen muss.

Wadner hat ein Darlehen bekommen, um ein  Taptap – ein Sammeltaxi – zu kaufen. Er hat mit Yohann, dem französischen Volontär, der ein Jahr für die HKH da war, sein Projekt gut ausgearbeitet. Ein guter Vertrag wurde von unserem Rechtsanwalt aufgestellt und Wadner erklärt, so dass er genau wusste, worauf er sich  einlässt. Sehr feierlich wurde dann dieser Vertrag bei dem Anwalt vor Zeugen unterzeichnet. Stolz fährt  Wadner täglich immer dieselbe Strecke, so wie in Haiti üblich. Die Taptaps sind die öffentlichen Verkehrsmittel in Haiti. Er kann damit gut Geld verdienen und wird hoffentlich – so wie der Vertrag es vorsieht – in 4 Jahren alles abbezahlt haben. Er meint, dass er nicht einmal so lang brauchen wird.

Hervé, der Medizin studiert hat, ist schon länger selbständig. Er gibt immer noch Kurse in Krankenschwesternschulen und hält sich damit über Wasser. Er fährt weiterhin  regelmäßig mit dem Moped aufs Land, um dort kostenlos Menschen zu behandeln. Und er hat ein Darlehen von der HKH bekommen, hat damit ein Grundstück von 200 m² gekauft und baut darauf eine Praxis  (Haitianisch: ein kleines Behandlungszimmer). Es hat sehr lange gedauert, bis er anfangen konnte zu bauen, weil der Besitzer des Grundstücks versucht hat, ihn zu betrügen und Hervé einen  Anwalt einschalten musste. Danach hat der Nachbar versucht, mit dem Wegerecht Probleme zu machen. Das hat auch ein paar Monate gekostet. All das ist in Haiti üblich.  Hervé ist in dem Viertel bekannt und meint, dass er keine Probleme haben wird, Patienten zu bekommen.

Guyve Love, eine junge Frau, hat mit dem kleinen Startkapital einen Straßenladen eröffnet. Sie kann davon leben, weil sie den Standort sehr klug gewählt hat.

Job, ein junger Klempner, hat es noch nicht geschafft, eine Stelle zu bekommen.  Er wird von einigen Betrieben und einem großen Hotel bei Bedarf gerufen. Eine unsichere Situation, mit der er bisher aber zurechtkommt.

Hulda, die Agronomie studiert hat und Anfang 2017 einen Wettbewerb der  Pan American Development Foundation gewann, baut mit Hilfe des gewonnenen Geldpreises und eines Darlehens der HKH ein kleines Unternehmen auf, in dem sie Landwirtschafts-produkte haltbar machen will, um sie dann zu verkaufen. In Haiti müssen die Bauern oft zuschauen, wie ein Teil ihrer Ernte in der feuchten Hitze verfault, weil es keine geeigneten Aufbewahrungs- und Verarbeitungs-möglichkeiten gibt.

 

 

 

Von den Jugendlichen, die in den Heimen leben, geht noch eine ganze Anzahl in die Schule. Es sind die begabteren. Die meisten, so hoffen wir, werden es bis zum Abitur schaffen. Sie bekommen alle Hilfe, die sie brauchen. Nachmittags gibt es für sie und auch für manche Externen Nachhilfeunterricht—in Französisch, Englisch und vor allem in den wissenschaftlichen Fächern.

Andere machen eine Berufsausbildung.

Odrick und Ernson lernen mit Begeisterung Schneider. Odrick, der sich schon im zweiten Ausbildungsjahr befindet, bringt sogar den interessierten andern Jungs das Nähen bei.

Louna, Islande und Cassandra lernen Kochen und Backen. Alle drei träumen davon, irgendwann ein kleines Restaurant zu führen. Wahrscheinlich werden sie mit  einem Straßenverkauf von selbst zubereiteten Gerichten, kleinen Pasteten und Backwerk anfangen müssen. Wenn sie sich zusammentäten, könnten sie größer anfangen, aber das ist in Haiti äußerst schwierig, sogar unter Mädchen, die zusammen aufgewachsen sind.

Ernst hat nach langer Suche, die wir intensiv begleitet haben, endlich das gefunden, was ihm entspricht: er lernt Bäcker bei den Salesianern. Es kommen keine Beschwerden mehr. Er ist wie verwandelt: Er kommt morgens pünktlich, benimmt sich gut, und seine Lehrer sind mit ihm zufrieden.  Wir hoffen sehr, dass es bis zum Ende der Ausbildung andauern wird. Er hat vor, mit dem kleinen Startkapital der HKH in Cité Soleil eine Mini-Bäckerei aufzumachen und auch Pizzas herzustellen und zu verkaufen.

Wilthen hat sein Jurastudium jetzt beendet. Seine Diplomarbeit ist fast fertig.  Es fängt jetzt die schwierige Phase an, in der er Mentoren am Gericht finden muss, um die praktische Seite des Berufs zu üben – schwierig deswegen, weil das Kastendenken in Haiti es einem jungen Mann aus sehr armen Verhältnissen sehr schwer macht.

Aus dem Heim und der WG haben 5 junge Männer, die das Abitur gemacht hatten,  gewählt, Industriemechanik zu studieren. Zwei sind damit fertig und beide haben Praktika gefunden, die die Aussicht bieten, in eine feste Anstellung verwandelt zu werden. Drei werden im Herbst 2018 fertig. Alle fünf sind sehr zufrieden und sehr dankbar, eine so gute Ausbildung genossen zu haben, dass sie große Chancen haben, eine Anstellung zu finden.

Externe.  Es gibt 2 Gruppen: die „Kleinen“, die 4 bis 8 Jahre alt sind, und die „Großen“, die die letzten 3  Klassen vor dem Abitur besuchen. Wir bezahlen die Schule oder Ausbildung und sie bekommen auch manchmal von uns die Grundnahrungsmittel. Es läuft gut.

Wir haben angefangen, Kindern und Jugendlichen, die eine körperliche Behinderung haben,  im Rahmen von Healing Hands for Haiti zu helfen.

Seit mehreren Jahren verfolgen wir die Arbeit dieser amerikanischen Hilfsorganisation, die eine orthopädische   Klinik in Port-au-Prince betreibt. Healing Hands hat hohe Kosten und kann nur einen geringen Teil der Prothesen und Behandlungen kostenlos geben. Manche Familien können ihrem Kind deswegen keine Behandlung zukommen lassen. Da springt jetzt die HKH ein.

Hier einige Beispiele

                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Healing Hands hat auch die Schusterwerkstatt bekommen, die wir nach Haiti geschickt haben. So werden orthopädische Schuhe und Gehhilfen gefertigt. Auch für Menschen, die sie nie bezahlen könnten.

 

 

Die LYPEDHA-Schule im Armenviertel Carrefour Aztèque, die von der Taubertäler Hilfsgemeinschaft gebaut wurde und deren Lehrer von der HKH bezahlt werden, gedeiht unter der Leitung ihres sehr guten und engagierten Direktors. Sie hatte bisher eine Vorschule und 6 Klassen. Dieses Schuljahr hat sie eine 7. Klasse eröffnet und jedes Jahr wird eine neue Klasse dazukommen, bis zur 9ten.  Dann können die Kinder die Mittlere Reife machen. Dazu wird dank der Taubertäler Hilfsgemeinschaft das Gebäude zurzeit um einige Klassenzimmer erweitert.

 

 

 

 

 

Dank gezielter Spenden wollen wir versuchen, an dieser Schule eine neue, sehr gute Mathematik-Methode einzuführen. Sie ermöglicht in der letzten Vorschulklasse und den ersten 4 Grundschulklassen das Zählen, die 4 Grundrechenarten und vieles mehr, gründlich zu lernen. Die Lehrer werden von uns entsprechend ausgebildet.

Letztes Jahr hat sich die HKH an einem Projekt der Taubertäler Hilfsgemeinschaft beteiligt und in diesem Viertel einigen Familien ermöglicht, ihre Notunterkunft durch ein richtiges Häuschen zu ersetzen, aus Hohlblocksteinen und mit einem Blechdach. Viele hatten seit dem Erdbeben 2010 kein schützendes Heim mehr gehabt. Das führen wir dieses Jahr mit zusätzlicher Hilfe des Vereins Kinderzukunft Haiti weiter. Sechs Häuschen werden es dieses Jahr werden. Die Menschen des Viertels bauen sie selbst. Sie bekommen Hilfe und das gesamte Baumaterial. Ihre Dankbarkeit ist überwältigend.

Von den Bäumen, die im Süden des Landes wuchsen,  wurden unzählige vom Hurrikan Matthew entwurzelt. Die HKH hat Anfang 2017 eine große mobile Säge  gespendet.  Mit Hilfe dieser Säge wurde es möglich, diese Bäume zu Brettern zu verarbeiten. Ein paar Männer haben dadurch Arbeit und können ihre Familien ernähren und die Besitzer der Bäume haben Bretter, die sie nutzen oder verkaufen können. Jean Sprumont, ein Belgier, der seit 51 Jahren in Haiti lebt, hat dieses Projekt für die HKH angeregt. Er hat die Säge in seiner großen Lehrwerkstatt verbessert, damit die Handhabung einfacher wird. Er hat vor, im Rahmen seines Vereins in der großen Eisenwerkstatt einige weitere zu bauen, junge Männer auszubilden und ihnen dann eine Säge, also ihre Arbeitsgrundlage zu überlassen. Er hat diese Methode jahrelang mit Maurern und Schmieden erfolgreich angewandt und so Hunderten von Menschen eine Lebensgrundlage geschaffen.

Im Waisenheim in Cap-Haitien geht alles seinen Gang. Wir haben alle Kinder, für die eine Patenschaft besteht,  gesprochen und sie fotografiert. Die von der HKH bezahlten Erzieher und Erzieherinnen sind seit Jahresanfang die ganze Zeit bei den Kindern: sie wohnen in den Kinderhäusern. Das ist eine große Verbesserung.

Schwester Godelieve leitet jetzt zusammen mit einer erfahrenen und tatkräftigen Französin ein anderes Heim, das die Haiti Kinder Hilfe punktuell unterstützt. Als Marie-Catherine und Schwester Godelieve im Sommer 2016 das Heim übernahmen, war ein Teil dieser Kinder so verwahrlost, dass man sie nicht in eine normale Schule geben konnte. So werden sie im Haus unterrichtet. Sie haben innerhalb der letzten 14 Monate so große Fortschritte gemacht, dass sie ab September 2018 in die Salesianerschule gehen können. Schwester Godelieve hat die religiöse Erziehung übernommen. Manche Kinder, die noch Familie haben, wurden wieder zu ihrer Mutter gebracht. Diesen Müttern wird jetzt geholfen, damit sie ihre Kinder ernähren und in die Schule geben können. Das hat bei 3 Kindern die HKH übernommen. So zum Beispiel bei Okeny, der in eine sehr gute Vorschule geht und sich wieder als Teil seiner Familie fühlen kann. Er hat noch beide Eltern und 6 Geschwister. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Trinkwasserfilteranlage wurde der Salesianerschule in Cap gespendet Auch das Waisenheim von Schwester Godelieve und Marie-Catherine holt dort sein Trinkwasser. Die Freude und Dankbarkeit waren groß. Auch unsere Heime in PaP haben eine solche Anlage bekommen. Wir müssen kein Trinkwasser mehr kaufen! Das verdanken wir einer Spende des Rotary-Clubs Kempten/Allg.

Unsere verschiedenen Projekte können nur dank Ihrer treuen Unterstützung aufrechterhalten werden. So leiten wir die Dankbarkeit der Kinder und Jugendlichen, der Familien und der jungen Erwachsenen an Sie weiter. Und natürlich müssen wir Sie auch bitten, von der Haiti Kinder Hilfe überall zu erzählen und uns weiter kräftig zu unterstützen!

Auf unserer Homepage können Sie den diesjährigen Film sehen, der all das in diesem Rundbrief Erwähnte mit vielen lebendigen aktuellen Bildern zeigt.

Mit herzlichen Grüßen 

Für den Vorstand 

Claire Höfer,   Monika Hofmann,   Alois Vogg  

  

 

 

              

Weihnachtsgruß 2017

 

Abschieds- und Dankesbrief eines jungen Mannes, der in den Heimen der HKH aufwuchs. Er wurde als Vollwaise im Säuglingsalter aufgenommen, absolvierte die Schule und eine Ausbildung und fängt jetzt sein unabhängiges Leben an.

An die Mitglieder des Vereins Haiti Kinder Hilfe, an das Team der Verantwortlichen in Haiti, an alle Jugendlichen, meine Kameraden der Heime und WGs.,

ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll, was ich im Augenblick empfinde. Wie im Buch Kohelet der Bibel kann ich sagen, „ Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit“. Nach der Zeit des Zusammenlebens kommt für mich jetzt die Zeit des Aufbruchs.

Ich schreibe, um Ihnen Dank zu sagen für alles, was Sie für mich getan haben, denn ohne Sie hätte ich es nie geschafft, mein Ziel zu erreichen. Es ist nicht leicht im Leben, Menschen zu finden, die so ehrlich sind wie Sie. Ich kann Ihnen versichern, dass Ihre Arbeit nicht vergeblich sein wird.

Ihnen, Frau Claire Höfer, Vorsitzende des Vereins und allen anderen Mitgliedern kann ich nichts zurückgeben, ich kann nur einfach danken für die erhaltene Hilfe. Danke, dass Sie aus mir einen guten Menschen gemacht haben.

Und es ist mir wichtig, auch Ihnen allen, den Mitgliedern des Teams in Haiti zu danken für alles, was Sie für mich getan haben und ich verspreche Ihnen, dass ich hart arbeiten werde und dass ich Ihre Ratschläge befolgen werde, um ein gutes erfolgreiches Leben zu führen.

Euch Jugendlichen will ich diesen Rat geben: heute ist nicht morgen und morgen wird nicht wie heute sein. Lasst also Eure Chance nicht verstreichen. Vergesst nicht, dass euer Leben nicht von den anderen abhängt, sondern von Gott und dann von euch selbst. Wie Herr Toussaint immer sagt: „Nutzt eure Chance“.

Ich liebe euch sehr und war sehr glücklich darüber, euch als Familie zu haben. Ihr werdet es immer sein, das müsst ihr wissen. Das Leben ist schön: all die tollen Momente, die Freuden, die Probleme, die traurigen Augenblicke… all das gilt immer nur für eine begrenzte Zeit. Ich rate euch, liebe Gefährten, stark zu sein und euer Leben in die Hand zu nehmen, denn diejenigen, die euch helfen, werden nicht ewig leben und euch nicht während eures ganzen Lebens helfen können.

Ich ziehe jetzt aus, aber jedes Mal, wenn ihr diesen Brief seht, werdet ihr euch an mich erinnern – an die guten und auch an die schwierigen Momente. Ich nutze die Gelegenheit, um mich für all das zu entschuldigen, was ich in all der Zeit Schlechtes getan habe.

Ich kann heute nicht genau beschreiben, wer ich bin, aber ihr könnt es, denn jeder von euch war mir ein Bruder, eine Schwester, eine Mutter, ein Vater. Ihr müsst wissen, dass ich euch nie vergessen werde; ihr seid da, in meinem Herzen. Ich liebe Euch alle.

Ich finde die Worte nicht, um euch allen zu sagen, wie glücklich und frei ich bin. Ich hoffe, dass wir uns wiedersehen werden, ob auf Erden oder im Himmel. Und nochmals: ich bin unendlich dankbar für euer aller Hilfe!

Ich liebe euch und umarme euch und möchte mit diesem Gedanken schließen: „Nichts in diesem Leben ist etwas wert, solang man nicht weiß, wozu man auf dieser Erde lebt.“

GL

 

 

Viele Menschen helfen, damit Sr. Godelieve wieder besser hören kann

(August 2017)  Viele Jahre war Sr. Godelieve, eine belgische Klosterfrau, in Cap Haitien, Haiti, in den Heimen der Haiti Kinder Hilfe tätig, besonders für die Kleinen und teilweise Babys. Nun, mit über 80 Jahren engagiert sich Sr. Godelieve immer noch in Cap an einem katholischen Waisenhaus für die jüngsten der Waisenkinder.

Bei ihrem diesjährigen Besuch in Belgien bekam Sr. Godelieve ein neues Hörgerät , da sie in letzter Zeit immer schlechter hörte. Da sie sich ein neues Hörgerät aber nicht leisten konnte, nahm Frank Höfer Kontakt zur Hörgerätefirma KIND auf, die Bedürftigen kostenlos ein Hörgerät ihrer Firma zur Verfügung stellt. Und sie waren, nachdem sie sich über die HKH erkundigt haben, großzügig bereit zu helfen! Eine tolle Sache!

Sie schrieben uns:

  • “Sämtliche, für die Hörgeräteversorgung notwendigen Messungen können in einem unserer Fachgeschäfte durchgeführt werden.
  • Die Hörgeräteanpassung wird ca. 1 Woche in Anspruch nehmen.
  • Schwester Godelieve wird von uns mit aktueller Hörgerätetechnolgie versorgt. Sämtliche Arbeiten werden ohne Berechnung erbracht. ”

Schwester Godelieve kam also für eine Woche nach Deutschland, um Geräte anzuprobieren und angepasst zu bekommen. Wir haben Köln gewählt, weil es von Belgien aus, wo sie für 1 ½ Monate sein wird, gut zu erreichen ist und weil wir viele Leute in Köln kennen.

Es waren viele Menschen waren daran beteiligt, dass Ihr Aufenthalt nicht nur angenehm sondern richtig erfolgreich wurde.

  • Die Firma KIND hat sich durch Herrn Oertel sehr schnell und großzügig bereit erklärt, Schwester Godelieve Hörgeräte zu verschaffen.
  • Schwester Marie-Gabrielle versuchte eine Unterkunft zu finden und suchte nach Menschen, die dolmetschen könnten. Sie vermittelte mir den Kontakt zu Mechtild und Dietmar.
  • Mechtild nahm die Organisation in die Hand und organisierte  telefonisch die Termine in einer für sie gut erreichbaren KIND-Filiale.
  • Anne stellte ihre Wohnung zur Verfügung
  • Gitte holte die Schwester am Bahnhof ab, begleitete sie bis zur Wohnung und erklärte ihr das Nötigste.
  • Dann  holte Mechtild  sie ab und fuhr mit ihr zur Kind-Filiale.
  • In der Kind-Filiale nahm sich Frau Schleier viel Zeit und sie und ihre Mitarbeiter waren sehr freundlich, professionell und sehr bemüht, alles so gut wie möglich zu machen und in der kurzen Zeit zu schaffen.
  • Frau Doktor Eysel-Gosepath war bereit, Schwester Godelieve sofort zu untersuchen und wollte nichts in Rechnung stellen.
  • Mechtild und Dietmar  haben sich in der ganzen Woche rührend um Schwester Godelieve gekümmert und nicht nur immer gedolmetscht, sondern sie gefahren, sie verwöhnt und mit ihr einiges unternommen.
  • Die Brüder der Jerusalemgemeinschaft von St Martin luden sie zum Essen ein.
  • Schwester Marie-Gabrielle ging mit ihr zum Dom und zum Albertgrab in St Andreas.
  • Mechtild brachte am letzten Tag nach dem letzten Termin in der Kind-Filiale Schwester Godelieve zum Bahnhof und
  • Schwester Marie-Gabrielle begleitete sie bis zum Zug.

Ein Einsatz, der sich sehr gelohnt hat, den Sr. Godelieve schrieb mir eine Mail aus  Belgien voller Dankbarkeit: « C’est une vraie bénédiction car vraiment cela change ma vie » : «  es ist ein wahrer Segen, denn es verändert wirklich mein Leben. » 

Ich füge hinzu, dass es für die haitianischen Kinder, die Soeur Godelieve nach wie vor in einem Waisenheim in Cap Haitien betreut, ebenfalls ein wahrer Segen sein wird, dass sie wieder gut hört.

Sie hat sogar jetzt 2 Sets von Hörgeräten, denn die Firma KIND hat ihr ihre alten Apparate repariert, damit sie welche hat, wenn mit den neuen etwas passiert.

Die Erfahrung, wie viele Menschen hier spontan bereit waren zu helfen und zusammenzuwirken, hat uns viel Kraft und Ermutigung gespendet. Dafür möchte ich mich nochmals herzlich bedanken!

Claire Höfer

Interview mit Myklave, einem Jungen aus dem Heim der HKH zu seinem Land Haiti und anderen Ländern, zu seinen Zukunftsplänen und Hoffnungen…

(Juli 2017) Ein  Brief von Myclave E., einem Jugendlichen mit 19 Jahren, der als kleiner Junge zur HKH kam und der von seinem Land Haiti und seinen Zukunftsplänen spricht.

Nachdem die Mutter gestorben war, brachte der Vater ihn als kleiner Junge zusammen mit seiner großen Schwester und einem kleinen Bruder ins Heim, hinterließ keine Adresse  und wurde nie mehr gesehen.

Myclave ist beim Erdbeben von Januar 2010 verschüttet gewesen: er lag 30 Stunden unter den Trümmern seines Heims. Er lag eingeklemmt und unter ihm lag der Heimleiter, der während dieser Stunden einen qualvollen Tod starb. Sein kleiner Bruder starb unter den Trümmern. Claire Höfer hat sich nach dem Erdbeben um die Jungs gekümmert, die verschüttet gewesen waren und versucht, ihnen zu helfen, diese schrecklichen Erfahrungen zu bewältigen. Myclave hat damals oft und lange mit ihr geredet. Er war wie mehrere von seinen Freunden verletzt und wurde jeden Tag von einem deutschen Arzt behandelt. Alle haben gestaunt darüber, wie tapfer diese Jungs die schmerzhafte Behandlung ihrer Wunden ausgehalten haben und wie gut sie sich erholt haben.

Sie haben drei Wochen gebraucht, um sich zu trauen, wieder ein Haus zu betreten. 

Dass Myclave (und die anderen auch) seine traumatische Vergangenheit so gut bewältigt hat, erstaunt uns immer wieder. Sie haben eine erstaunlich Resilienz bewiesen.

Myclave kommt im Herbst 2017 in die vorletzte Gymnasiumklasse. Er ist ein guter Schüler.

Er ist sicher einer der wenigen, die die Fähigkeit haben, später zu studieren. Er hat viel Humor. Er ist im Heim beliebt und hat da mehrere sehr gute Freunde, sie sind wie Brüder. Er spielt sehr gern und gut Fußball und lernt Gitarre.

Yohann, der Freiwillige, der seit zehn Monaten in Port-au-Prince in den Heimen der HKH arbeitet, hat das Interview am 6. Juli 2017 auf Französisch durchgeführt (bei der Übersetzung ins Deutsche haben wir  versucht, so dicht wie möglich an Myclaves eigener Ausdrucksweise zu bleiben. Kurze Erklärungen sind kursiv in Klammern hinzugefügt worden).

 Yohann: An was denkst Du, wenn man die Straßenkinder von Port-au-Prince erwähnt?

Myclave: Es gibt viele davon, die die Fähigkeit haben zu lernen und die nicht die Chance haben, es zu tun. Hier in Haiti gibt es viel Ungleichheit. Das ist schlecht, denn die Kinder können jede Art von Dummheit in jedem Augenblick begehen.

Yohann: Als wir an dem Text „Sleeping Rough in Port-au-Prince“ gearbeitet haben, hast du gesagt, dass die Kinder, die draußen schlafen, vielen Gefahren ausgesetzt sind. Warum?

Myclave: Die Kinder können Gewalt und Vergewaltigung erleiden. Sie können alle Formen der Gewalt erleiden. In finanzieller Hinsicht haben sie kein Geld. Wenn sie die Fenster eines Autos waschen, fahren die meisten Fahrer dann einfach weg. Manche geben fünf Gourdes (ungefähr 0,07€), zehn Gourdes, obwohl es Arbeit gewesen ist, die Fenster zu putzen. Man stellt sie abseits der Gesellschaft, so als ob sie nicht ein Teil davon wären. Für die Mädchen gilt, sie können  auch sexuelle Gewalt erleiden.

Yohann: Du bist sehr interessiert an Musik und an Sprachen, besonders Englisch. Warum? (Myklave lernt Gitarre und ist unter anderem ein sehr guter Rap-Dichter und -Sänger)

Myclave: Ich liebe Musik. Die Musik ist Teil meines Lebens. Ich liebe die Musik sehr, auch wenn meine Eltern keine Musiker waren. Über die Musik kann man Botschaften überbringen, die Gefühle der Gesellschaft übersetzen. Man kann sagen, wie man die Gesellschaft sieht, wie man unsere Führungspersönlichkeiten sieht. Das ist es, was mir Lust gemacht hat, Botschaften zu überbringen, und Musik, das ist die beste Gelegenheit für mich, es zu  machen. Dennoch mag ich nicht, wenn die Musik nur dazu dient, berühmt zu werden. Ich liebe Englisch, weil es eine Geschäftssprache ist. Die Mehrheit der Länder spricht Englisch. Das motiviert einen, es zu lernen.

Yohann: Kannst du mir in einigen Worten sagen, was jede der folgenden Sprachen für dich repräsentieren?

Myclave: Das haitianische Kreolisch?   Das ist meine Muttersprache.

Französisch?   Das ist fast meine Muttersprache, aber da Frankreich uns kolonialisiert hatte, sind wir gezwungen, Französisch zu sprechen. Wir haben also zwei Sprachen: Kreolisch und Französisch.

Spanisch?   Ich würde es gerne lernen – ich würde gern mehr als sieben Sprachen sprechen – auch wenn es schwierig ist.

Deutsch?   Das ist sehr schwierig. In Haiti sind die Leute, die Deutsch sprechen, nicht sehr zahlreich. Ich würde es gerne lernen, aber es ist nicht sehr notwendig. Man lernt eine Sprache wegen der Leute, die an unserer Seite leben.

Chinesisch?   (lacht) Das ist nicht möglich. Ich verstehe nichts.

 Yohann: Was denkst du über die Ausbildung, die du in der Taubstummensprache machen wirst, was wird sie dir bringen? (Myklave wird die Taubstummensprache lernen, um in Schulen für Taubstumme unterrichten zu können)

Myclave: Das ist eine sehr große Chance, denn Madame Claire hat Kontakt mit Kanadiern und Kanadierinnen, die mir Arbeit geben können. Ich möchte den stummen Kindern helfen, die abseits stehen von der Gesellschaft, die nicht sprechen können. Sie haben keine Bildung bekommen.

Yohann: Welches sind die fünf schönsten Trümpfe deines Landes?

Myclave: Da ist die Zitadelle von Ferrière  (Myklave dachte am Anfang, die fünf schönsten Orte aufzählen zu müssen), unsere Kultur, die Musik, unsere Landschaften und die Sonne, die wir haben, denn viele Länder haben sie nicht.

Yohann: Welches sind die fünf größten Veränderungen, die deinem Land gebracht werden müssten ohne von Politik zu sprechen?

Myclave: Es sind die Straßen, also die Verkehrsverbindungen, die Produktion von Nahrung, denn die Mehrheit der Bevölkerung hat nichts zu essen, die Sauberkeit der Straßen. Wenn ich Präsident der Republik wäre oder ein Mitglied des Staates, würde ich den Verkauf von Produkten aus Plastik verbieten – zum Beispiel die Wassertüten (in Haiti wird auf den Straßen überall Trinkwasser in kleinen Plastikbeuteln verkauft, die ca. ein Glas Wasser beinhalten )  – denn das ist die erste Ursache der  Umweltverschmutzung. Man müsste auch die Art ändern, wie man die Schulen baut und die Erziehung aufbaut: das wäre die erste Veränderung, die man machen müsste. Alle möchten gern eine Schule haben. Manchmal gibt es nicht einmal einen Raum für die Kinder. Die Schulen müssten Labore haben, damit die Kinder leichter lernen können.

Yohann: Welchen Traum würdest du gern erfüllen?

Myclave: Ich möchte mein Land in jeder Beziehung  blühen und erfolgreich sehen. Ich hätte gern, dass alle Bürger das Gesetz beachten, und die anderen Menschen respektieren. Ich möchte in Harmonie leben, sogar in Frieden, auch wenn das nicht leicht wäre.

Yohann: In einigen Worten: was repräsentieren für dich …

Myclave: Port-au-Prince?   Das ist ein Geschäftsort für die Haitianer, für die Leute vom Land.

Jacmel? (unmittelbare schnelle Antwort)    Das ist ein touristischer Ort.

Cuba?   Viele Haitianer fahren dorthin, um Medizin zu studieren. Cuba repräsentiert eine Hoffnung.

Die Vereinigten Staaten?   Die repräsentieren viel für die Haitianer. Die meisten wollen sich dort niederlassen, um dort Arbeit zu finden, dort ihre Kinder großzuziehen, Geschäfte machen in dem Land.

Frankreich?   Ich verbinde es mit Bildung. Die meisten Bücher sind in Frankreich produziert (die Buchhandlungen, die er mit Yohann besucht hat, sind fast ausschließlich mit Werken in Französisch, mit französischen Ausgaben bestückt). Wenn man die Literatur studiert, studiert man fast Französisch.

Deutschland?   Das ist die Haiti Kinder Hilfe. Wir verdanken den Leuten der HKH, dass wir da sind, wo wir sind, sie helfen uns viel. Das sind unsere Mütter.

Cap-Haitien und die Dominikanische Republik waren auch auf der Liste, aber Myklave hatte keine Worte für die zweitgrößte Stadt des Landes noch für das Nachbarland.

Yohann: Was braucht man, um in Haiti ein gutes erfolgreiches Leben zu haben?

Myclave: Alle wissen, dass man zuerst Bildung braucht. In Haiti kann man mittelmäßig sein und man findet doch die besten Plätze, und selbst wenn man etwas drauf hat, begabt ist, kann man arm sein.  Das ist ein Land, das verkehrt herum ist. Man kann zu essen haben in Haiti, aber nicht wirklich Erfolg haben.

Yohann: Welche Botschaft der Hoffnung  möchtest du den Lesern mitgeben, die dein Interview lesen?

Myclave: Man muss immer hoffen, auch wenn die Dinge heute nicht gut laufen, vielleicht laufen sie in einigen Jahren. Man kann immer hoffen, dass Gott uns eine Respekt verdienende Person schickt, der das Land wichtig ist und nicht ihre Angehörigen, ihre Familie, etc… (Myclave denkt da an die vielen korrupten Politiker, die anstatt das Beste für das Land und die Bevölkerung zu wollen und zu tun, nur ihre Familien und sich selbst bereichert haben)

Ephésien T. bedankt sich bei der Haiti Kinder Hilfe

(Juli 2017) Ein Brief von einem jungen Mann, Ephésien T., der seit 12 Jahren von der Haiti Kinder Hilfe betreut wurde, seine Schulausbildung absolvierte und ein Lehramt-Studium abgeschlossen hat. Nun scheidet er mit 28 Jahren aus der WG aus und heiratet. Mit diesem Brief bedankt er sich bei der HKH und verabschiedet sich:

Liebe Verantwortlichen,     

wie soll ich mich ausdrücken, um euch danke zu sagen für eure vielfältigen Wohltaten ! Denn ihr habt zu meinem Erfolg beigetragen, besonders in erzieherischer Hinsicht, denn wenn ich jetzt ein Diplom in Erziehungswissenschaften mit Hilfe des allmächtigen Gottes erreichen konnte,  ist es dank eurem Sinn für Großzügigkeit. Trotz der Schwierigkeiten, die ihr vorgefunden habt sei es von Seiten der Hilfeempfänger wie von Seiten der Autoritäten unseres Landes, habt Ihr Anstrengungen auf euch genommen, um Haiti zu helfen, seine Würde wieder zu finden über seine eigenen Söhne und Töchter, indem ihr eure Zeit investiert habt, eure Ideen und selbst euer Geld, manchmal habt ihr eure Familie vergessen, ihr habt eure Arbeit eingesetzt, um an uns zu denken und uns zu Hilfe zu kommen. Es ist mir sehr nah gegangen, wie ihr dafür gesorgt habt, dass ich mich wohl fühle, wie wenn ich ein Kind bei seinen Eltern wäre.  Für mich, Ephesien, geht eure Aufgabe zu Ende und das sehr positiv, denn wenn ich mich anschaue, sehe ich, dass ihr Erfolg habt : Seid stolz darauf.

Seit zwölf Jahren habe ich mit viel Aufmerksamkeit verfolgt, was ihr alles gemacht habt für den Erfolg der Jugendlichen von der Haiti Kinder Hilfe. Ich konnte mitanschauen, wie eure unaufhörliche Aktivität und eure unermüdliche Selbstlosigkeit den Verein HKH entstehen ließen, der heute auf die jungen Haitianer zählen kann, die in den unterschiedlichsten Bereichen ausgebildet sind.

Nach diesen Jahren, die ich mit euch in der Haiti Kinder Hilfe verbracht habe, ist es Zeit, eine andere Richtung einzuschlagen, ich möchte das Leben in einer anderen Art angehen, indem ich verantwortlich für eine Familie sein will. Als Christ muss ich mich von der Bibel führen lassen. Deshalb werde ich in diesem Sommer heiraten. Ich hatte eine Zeitspanne bis März 2018, um HKH zu verlassen und wegen meiner Entscheidung befinde ich mich am Scheideweg, um vor der vorhergesehenen Periode mit meiner Familie zu leben, wie die Bibel sagt : Ephesiens ch 5 v 31.

Sicherlich werde ich mit viel Trauer HKH verlassen, aber aufgrund der sehr guten Erinnerungen, hoffe ich, dass wir immer perfekte Beziehungen haben werden. Ich wäre so gern euch nahe gewesen mein ganzes Leben lang. Leider… ! Aber mein ganzes Herz schlägt für euch solange ihr existiert.

Um zu beenden, gebe ich euch dieses Zitat von Julien Green mit : « Die Vergangenheit ignorieren, heißt auch die Zukunft verkürzen. » Das ist alles, was ich euch sagen kann, ich werde immer dankbar sein für eure Hilfe.

Mit all meiner Dankbarkeit sende ich euch, liebe Verantwortlichen, meine respektvollsten Gefühle.

 

                                                                                              TEDNA Ephesien

Chers responsables,

Comment vous dire merci pour vos multiples bienfaits! Car vous avez contribué à ma réussite surtout sur le plan éducatif, si maintenant j’arrive à avoir un diplôme en Sciences de l’éducation après le Dieu tout puissant c’est grâce à votre sens de générosité. Malgré les difficultés que vous avez rencontré tant du côté des bénéficiaires que du côté des autorités de notre pays. Vous avez consenti des efforts pour aider Haïti à retrouver sa dignité par le biais de ses  propres fils et filles en investissant votre temps, vos idées et même votre argent, parfois vous avez oublié votre famille, vous laissez votre travail pour penser à nous et  venir à notre secours. J’ai été très sensible à la façon dont vous avez pensé pour me mettre à l’aise comme si c’était un enfant chez ses parents; pour moi Ephesien, votre mission a pris fin  et ceci positivement, car en me regardant, je vous vois réussir: Soyez-en fiers.

Depuis douze ans, j’ai suivi avec beaucoup d’attention ce que vous avez fait pour la réussite des jeunes de la Haiti Kinder Hilfe. J’ai pu voir comment votre activité incessante et votre infatigable dévouement avaient fait naître l’association HKH qui, aujourd’hui peut compter sur des jeunes haïtiens œuvrés dans des domaines différents.

Après ces années passées avec vous à Haiti Kinder Hilfe, maintenant il est temps de prendre une autre directive, je veux entamer la vie d’une autre manière, en faisant le choix d’être responsable d’une famille. En tant que Chrétien, je dois me laisser guider par la bible. Pour cela, je compte me marier cet été. Puisque j’avais un délai jusqu’à mars 2018 pour quitter HKH, à cause de cette décision, je me trouve dans un carrefour pour quitter avant la période prévue pour aller vivre avec ma famille comme dit la bible dans: Ephésiens ch 5 v 31

Bien sûr, c’est avec beaucoup de peine que je vais quitter HKH, mais à cause des très bons souvenirs, je pense que nous aurons toujours de parfaite relation. J’aurais tant voulu être près de vous pendant toute ma vie. Malheureusement..! Mais tout mon cœur  va vers vous tout au long de votre existence.

Pour terminer, je vous laisse avec cette citation de Julien Green: « Ignorer le passé, c’est aussi raccourcir l’avenir.» C’est pour vous dire, je serai toujours reconnaissant de votre aide.

Avec toute ma gratitude, je vous prie de croire, chers responsables, à l’assurance de mes sentiments respectueux.

 

                                                                                  TEDNA  Ephesien              

 

Haiti – Die Schule im Armenviertel Carrefour-Aztèque

Ein kleiner haitianischer Verein LYPEDHALes Yeux des Petits Enfants DHaiti hatte in  einem  sehr  armen  Viertel von Port-au-Prince in einem Schuppen eine Schule gegründet. 2010 wurde alles vom Erdbeben zerstört. Ein  deutscher  Verein, die Taubertäler Hilfsgemeinschaft hat mitten in diesem  Armenviertel mit den nach dem Erdbeben in Deutschland gesammelten Spenden eine Schule gebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Haiti Kinder Hilfe hat nach einer Zeit angefangen, sich an den laufenden Kosten zu beteiligen, denn die Schule ist  eine große Herausforderung für den kleinen Verein Taubertäler Hilfsgemeinschaft.  Die Haiti Kinder Hilfe bezahlt seit 2012 die Lehrergehälter.

Die Schule verfügt dank der Taubertäler Hilfsgemeinschaft inzwischen mit einer Photovoltaikanlage über eine permanente Elektrifizierung  und wird mit einer Zisterne zumindest in den Regenzeiten mit Brauchwasser versorgt.

Das Viertel  ist sehr unzugänglich.  Die Wege dahin (man kann nicht von Straßen sprechen) sind irrsinnig steil. Es fahren ent-weder alte Geländefahr-zeuge oder uralte  Autos, richtige Wracks, die man bei uns nur auf Schrottplätzen sieht – wenn überhaupt! Meistens muss man richtig Anlauf nehmen und darf nicht anhalten. Man wäre nicht sicher, weiter bergauf fahren zu können.

Es gibt nur ganz wenig solche Fahrzeuge. Es sind die „Reicheren“, die so etwas besitzen. Einige haben Geländemopeds. Sie sind richtige Akrobaten auf den Dingern!

Sonst müssen die Leute, wenn sie in die Stadt wollen, gut eine Stunde hinunter zu Fuß gehen. Auf dem Rückweg, bergauf, dauert es viel länger.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Eltern dieser Kinder können fast alle nicht lesen und schreiben. In den Haushalten gibt es keine Bücher, auch keine Zeitungen, kein Papier, keine Stifte… Deswegen fällt es den Kindern dort viel schwerer als deutschen Kindern, Lesen und Schreiben zu lernen.   Man merkt schon an ihren Zeichnungen, dass sie es nicht gewöhnt sind, einen Stift zu halten. In ihrem Alter würden europäische Kinder viel besser zeichnen!

Wir machen uns das in Europa nicht klar, wie es ein Kind beeinflusst, regelrecht bildet, wenn es ganz früh Buntstifte bekommt, kritzeln darf, wenn es die Eltern lesen sieht, wenn es abends eine Geschichte vorgelesen bekommt usw…

In Haiti wird das Meiste mündlich überliefert. Es hat auch einen Vorteil: die Menschen haben ein viel besseres Gedächtnis! Sie müssen  ja das  Gehörte  behalten. Sie können nicht schnell aufschreiben,   geschweige denn auf einen Bildschirm schauen und schnell etwas „googeln“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Direktor der Schule, Jones  Ismael  arbeitet mit seinem Bruder, Michelet Thelumar, zusammen. Hier stehen sie mit ihrer Familie vor ihrem Häuschen. Sie  leben nicht anders als die meisten anderen  Familien dieses Armenviertels. Jones Ismael ist in dem ganzen Viertel sehr angesehen, geachtet und von allen als ein gerechter und für alle Bewohner und vor allem für die Kinder sehr engagierter Mann gesehen.

“Ein hungriger Magen lernt nicht gern”, und so ist die tägliche Schulspeisung ein Segen für die Kinder. Die Schule hat eine Küche, in der mittags für alle Schüler eine warme Mahlzeit gekocht wird. Es ist für die meisten die einzige des Tages.

Gegessen wird in den Klassen-zimmern, weil kein anderer Raum zur Verfügung ist. Man sieht den Kindern an, wie sie sich über das einfache warme Essen freuen!

Vor dem Essen werden die Hände sorgfältig ge-waschen. Es gibt kein fließendes Wasser. Die Kinder stehen Schlange, um Wasser aus einem großen Eimer zu schöpfen.

2016 sind  2 kleine  Trinkwasseraufbereitungsanlagen aufgebaut worden, so dass die Kinder den ganzen Tag sauberes Wasser trinken können. Ein “Luxus“ dort! 

“Wenn ich mein Zelt in Deutschland auf eine Mülldeponie stelle, lebe  ich  besser als Millionen Menschen in Haiti” , so das Fazit von Heiko, einem jungen Deutschen, der Haiti besucht hat.

Viele der ohnehin schon armseligen Hütten sind vom Erdbeben im Jahr 2010 zerstört worden. Die Menschen haben kein Geld, um neue zu bauen! Sehr viele Familien leben in entsetzlichen Bruchbuden aus Blechstücken und Planen.

Das sind Notunterkünfte , in denen seit Jahren die Kinder mit ihrer Familie leben, oft bis zu 10 Menschen  in einer Hütte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der  Schuldirektor  hat einige  Familien  ausgesucht, deren  Kinder die  Schule  besuchen und  die es  besonders schwer haben.  Oft sind es Familien, in denen die Mutter allein mit ihren Kindern lebt, weil der Vater gestorben ist.  Für diese Familien hat die Haiti Kinder Hilfe zusammen mit der Taubertäler Hilfsgemeinschaft  den Bau von neuen Häuschen finanziert. Sie sind aus Hohlblocksteinen gemauert und haben ein Blechdach. Der Verein hat das Baumaterial bezahlt. Die Männer des Viertels haben sich zusammengetan und  die Arbeit selber gemacht. Eine neue Hütte hat im Durchschnitt 1500 € gekostet.

    

Die Hoffnung, die Schule irgendwann in die Verantwortung der haitianischen Schulbehörden oder einer großen, mit üppigen Finanzmitteln ausgestatteten NGO übergeben zu können, hat sich nicht erfüllt. Hier zeigt sich, wie in vielen anderen Bereichen, das völlige Versagen der haitianischen Behörden. Trotz vieler Versprechen und Propaganda will es dem haitianischen Staat nicht gelingen, für seine Kinder eine Schulausbildung sicherzustellen.

Ähnlich auch mit der vielfach zugesagten Verbesserung der Infrastruktur. Die Straße auf den Berg zur Schule ist wie vor 7 Jahren schon nur mit einem Geländefahrzeug zu bewältigen. Die Menschen im Umfeld der Schule müssen nach wie vor ohne Strom, ohne Wasser- und Abwasserversorgung leben.

Die Haiti Kinder Hilfe wird sich zusammen mit der Taubertäler Hilfsgemeinschaft weiter engagieren. Natürlich werden die Lehrer weiter bezahlt. Weitere Häuschen sind geplant sowie eine Wasser-Versorgung aus einem weiter unten am Berg gelegenen Brunnen.

Auch planen wir eine neue hervorragende Methode für Mathematik einzuführen, die es den Kindern Singapurs ermöglicht hat, an die Spitze der Pisa Studie zu kommen. Die Vorstellung gefällt uns sehr, diese benachteiligten Kinder in Haiti an dem Besten teilhaben zu lassen, was es im Moment für das Zählenlernen, das Erlernen der Grundrechenarten… gibt.

Wir werden weiter berichten und immer wieder diesem Bericht einige Seiten hinzufügen!

Grüß Gott,

Ich heiße Pantal Hudson. Ich bin in der vierten Klasse. Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung und Ihre Großzügigkeit mir gegenüber. Ich liebe Grammatik. Ich möchte Maurer werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schusterwerkstatt reist nach Haiti

Aichach-Friedberg (25.07.2017)

 

Rundbrief Sommer 2017

Liebe Freunde der Haiti Kinder Hilfe,

hier kommt endlich der Sommer-Rundbrief.

Das Team in Haiti hat Anfang Oktober Yohann, einen französischen Volontär, empfangen. Er hat sich sehr gut eingelebt und alle schätzen seine Arbeit mit den Jugendlichen. Er kümmert sich viel um diejenigen, die bald selbständig leben und sich jetzt ein Einkommen aufbauen müssen. Die Jugendlichen sind sehr dankbar für seine Hilfe.

Beide Heime haben nun eine schöne Computerecke und Yohann arbeitet da mit Einzelnen und kleinen Gruppen. Das Mädchenheim hat eine Außentreppe bekommen, damit man im Falle eines Brands oder eines Erdbebens schnell das Haus verlassen kann.

Mehrere Jungs haben eine Ausbildung als Maurer oder Klempner absolviert. Die kleineren Instand-haltungsarbeiten oder Reparaturen und Verbesserungen, die in den Heimen nötig sind, führen sie inzwischen selber aus. Vier von ihnen haben unter der Leitung von einem von ihnen, der seine Maurerausbildung sehr gut absolviert hat, ein unterirdisches Wasserreservoir gebaut. Sie haben es sehr gut gemacht und stetig in einer sehr guten Stimmung gemauert, verputzt, Rohr-Anschlüsse gebastelt…. bis das neue Reservoir gefüllt werden und in Betrieb genommen werden konnte. Alles funktioniert gut. Voller Stolz haben sie uns ihr Werk vorgeführt.

Ein Junge, der den Führerschein gemacht hat, macht gerade eine 6-monatige Lehrzeit bei einem Taptap-Fahrer (Sammeltaxi) mit dem Ziel, selber dann ein solches Sammeltaxi zu fahren.

Wir haben andere Organisationen kontaktiert und versucht, gezielt Menschen kennen zu lernen, Handwerker zu finden, Firmen ausfindig zu machen, die für unsere jungen Leute potenzielle Arbeitgeber sein könnten, denn für diejenigen, die mit der Ausbildung fertig sind oder in diesem Jahr fertig werden, bemühen wir uns, bei der Existenzgründung so gut wie möglich mitzuhelfen. Jeder Einzelne wird beraten und begleitet. Kalkulationen werden gemacht, Vorstellungsgespräche werden geübt. Der Volontär aus Frankreich hat da eine seiner Hauptaufgaben.

Für diejenigen, die noch zur Schule gehen, haben wir einiges in die Wege geleitet, um ihnen  Einblicke in verschiedene Berufsfelder und -möglichkeiten zu geben. Sie kennen wenig von der Welt und wir wollen ihren Horizont erweitern. Eine kanadische Spezialistin für Taubstummensprache hat einer kleinen Gruppe die Berufe beschrieben, die möglich sind, wenn man diese Sprache gründlich gelernt hat.

Einige sind jetzt vollkommen selbständig und sind nicht mehr auf Hilfe angewiesen. Marie-Ynacia hat nach langer Suche eine Stelle als Krankenschwester gefunden.

Joanne hat einen Mini-Laden für Lebensmittel aufgemacht und kann davon leben. Diejenigen, die ein Handwerk gelernt haben, haben Werkzeug bekommen, das ihnen ermöglicht Aufträge anzunehmen. Einer hat mit der Starthilfe der HKH einen Stand aufgemacht, an dem er frische Obstsäfte und Sandwiches produziert und verkauft.

Hulda, die Agronomie studiert hat, hat einen Wettbewerb von der PADF (Pan American Development Foundation) gewonnen. Sie bekommt fachlichen Rat, über lange Zeit Unterstützung und Begleitung  und 8000 US-Dollar. Sie wird in den Sonnentrocknern außer Mangoschnitzen und Ananasscheiben auch Kartoffeln und Manioc trocknen, die sie zu Mehl verarbeiten wird. Außerdem wird sie auch Marmelade und Säfte herstellen.

Hervé, der Medizin studiert hat, hat noch keine Stelle als Arzt, aber er gibt Kurse in Krankenschwesternschulen und kann sich so über Wasser halten – mit seiner kleinen Familie zusammen, denn er hat ein kleines Mädchen bekommen. Er fährt immer wieder mit dem Moped aufs Land, wo er kostenlos die Landbevölkerung behandelt. 

Hérold Toussaint, der immer noch unverzichtbare Berater und Helfer, ist inzwischen Vize-Rektor der Staatlichen Universität von Haiti mit 33000 Studenten geworden.

Der Chor, der Anfang 2016 gegründet wurde, übt mit Begeisterung und in wechselnder Besetzung weiter. Mehrere Jungs haben seit einem Jahr Gitarrenunterricht. Sie haben in dieser Zeit viel gelernt.

Neben all den „Großen“, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es nun auch einige neue “Kleinen“.  Sie leben bei ihren Eltern bzw. bei einem Elternteil oder manchmal bei der Oma. Die HKH sorgt für die Schule und gibt auch manchmal Lebensmittel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und große Externe gibt es natürlich immer noch wie zum Beispiel diese Mädchen, die alle 3 zur Schule gehen. Zwei davon machen im Sommer Abitur.

Anfang Oktober 2016 hat der Hurrikan Matthew den ganzen Süd-Westen Haitis verwüstet.  Wir sind 3 Monate später in das Gebiet gereist. Fast alle Häuser haben ihr Dach verloren – ob armselige Hütte, bescheidenes Häuschen, gut gebautes Haus oder Schule.

Gegen den Orkan war kein Dach gewachsen! 

Große Hilfsorganisationen haben Bleche gespendet und an vielen Stellen werden die Dächer repariert. Es wird aber Jahre dauern, bis alle wieder ein Dach über dem Kopf haben.  Der Hurrikan hat aber auch unzählige Bäume niedergerissen. Man sieht sie überall  liegen.  Die HKH hat auf Anraten eines Freundes, der mitten im betroffenen Gebiet lebt, eine große mobile Säge gekauft, die überall eingesetzt werden kann. Das verwüstete Gebiet ist so groß, dass 4 bis 6 Männer damit Arbeit – also 4 bis 6 Familien ein Einkommen haben. Sie werden mit einem Teil der Bretter bezahlt (Holz ist teuer in Haiti) und die Menschen, auf deren Grundstücken die Bäume liegen, haben entweder Bretter, um ihre Häuser zu reparieren oder etwas Geld, wenn sie die Bretter verkaufen.

Das große Waisenheim in CAP-Haitien gedeiht.

Die Hausaufgaben-Betreuung funktioniert so gut, dass die Waisenheimkinder in der Schule fast alle besser sind als die Kinder, die in ihren Familien leben. Deswegen wurde entschieden, nachmittags die Hausaufgabenbetreuung auf diese Kinder aus armen Familien auszudehnen.

Die Haiti Kinder Hilfe finanzierte 2016 Erzieher, Hausmütter und auch die Hausaufgaben-Betreuung.

Schwester Godelieve wurde vom Erzbistum Cap-Haitien gebeten, das erzbischöfliche Waisenheim zu übernehmen. Das hat sie zusammen mit einer erfahrenen Französin getan, denn mit ihren 81 Jahren wäre es für sie allein zu viel gewesen! In diesem Heim sind einige kleine Kinder, die noch eine Mutter haben. In Haiti sind Mütter manchmal gezwungen, sich von ihren Kindern zu trennen und sie in ein Heim zu geben. Schwester Godelieve und Marie-Catherine haben vor, diesen Frauen zu helfen, ihr Kind wieder aufzunehmen, indem sie sie unterstützen und beraten, Kindergarten oder Schule bezahlen und auch Lebensmittel beisteuern. Die Haiti Kinder Hilfe wird sich an dieser Aufgabe beteiligen.

Die Schule im Armenviertel Carrefour Aztèque läuft gut. Fast 500 Schüler lernen da und bekommen mittags ein warmes Essen. Die Haiti Kinder Hilfe bezahlt die Lehrer dieser Schule und hat da viele Patenschaften.

In diesem Viertel waren nach dem Erdbeben viele Notunterkünfte entstanden, in denen Jahre danach noch ganzeFamilien leben.

Die Haiti Kinder Hilfe hat zusammen mit der TaubertälerHilfsgemeinschaft für die bedürftigsten dieser Familien vierzehn einfache kleine Hohlblockhäuschen mit Blechdach bezahlt – meistens nur ein Raum, in dem eine ganze Familie lebt. Sie wurden zum großen Teil von den Leuten selber gebaut, denen das ganze Material gestellt wurde.

Die Dankbarkeit der Bewohner war berührend. Alle betonten, dass sie in den neuen Häuschen bei Regen nicht mehr nass werden. Wir werden damit fortfahren, den Bewohnern dieses Viertels zu helfen. Das wird uns durch den Direktor der Schule ermöglicht, der sehr zuverlässig alles organisiert.

In Deutschland ist uns eine komplette Schusterwerkstatt geschenkt worden: mehrere große Maschinen, kleinere Ledernähmaschinen, all das Handwerkzeug und einiges Material. Bis vor Kurzem hatte ein alter erfahrener Schuster damit gearbeitet. Sie wurde erst eine Zeit lang in der Scheune eines Freundes gelagert. Im Frühjahr wurde in einer Großaktion von erfahrenen und tatkräftigen Mitgliedern alles auf 8 Paletten sorgfältig verpackt und nach Belgien gebracht. Dort ist sie in einen Container geladen worden. Sie ist auf ihrem Weg nach Haiti. Jean Sprumont (er leistet seit 50 Jahren humanitäre Arbeit in Haiti) wird sie in Empfang nehmen und dafür sorgen, dass Räumlichkeiten gefunden werden und junge Männer eine entsprechende Ausbildung bekommen und damit arbeiten können. Wir hoffen, dass der eine oder andere von „unseren Jungs“ Interesse daran haben wird.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

All das Berichtete ist nur dank Ihrer treuen Unterstützung möglich gewesen. Dennoch bleibt es finanziell schwierig! So müssen wir verstärkt darum bitten, von der Haiti Kinder Hilfe überall zu erzählen und uns weiter kräftig zu unterstützen! Schon jetzt: ein großes Dankeschön!

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer und danken Ihnen im Namen all der unterstützten Kinder und Jugendlichen.

 

Mit herzlichen Grüßen

Für den Vorstand

Claire Höfer, 

             Monika Hofmann, 

                                     Alois Vogg